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Blendschutz nach ASR & DIN EN 14501
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Planungshilfe · Arbeitsstätten

Blendschutz nach ASR & DIN EN 14501

Was Arbeitgeber, Planer und Bauherren bei innen- und außenliegendem Sonnenschutz an Bildschirmarbeitsplätzen beachten müssen – von der Sichtverbindung nach außen über die Blendschutzklassen bis zum sommerlichen Wärmeschutz.

Stand: Juli 2026ASR A3.4 · Mai 2023ASR A6 · Juli 2024DIN EN 14501:2025-04
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Rechtlicher Rahmen

Was die ASR tatsächlich verlangt

Die ASR gibt keine bestimmte Stofffarbe, keinen festen Öffnungsfaktor und keine pauschale DIN-Klasse vor. Entscheidend ist das Ergebnis am konkreten Arbeitsplatz.

1

Blendung minimieren

Störende Blendung durch Sonneneinstrahlung sowie Reflexionen auf Bildschirmen müssen vermieden oder soweit wie möglich minimiert werden.

2

Verstellbarer Blendschutz

Betroffene Fenster und Dachoberlichter an Bildschirmarbeitsplätzen sind mit verstellbaren Blendschutzvorrichtungen auszustatten.

3

Sicht nach außen erhalten

Der Blendschutz muss so einstellbar sein, dass die Sichtverbindung nicht dauerhaft und möglichst nur teilweise unterbrochen wird.

Wichtig: „Teildurchsichtig” bedeutet nicht automatisch „als Blendschutz geeignet”.

Ist die Sonnenscheibe durch den Behang weiterhin erkennbar, reicht die Vorrichtung nach ASR A6 allein nicht als sicherer Blendschutz aus.

!

Sichtverbindung nach außen – konkret

Rückziehbare Sonnen-, Blend- und Sichtschutzsysteme gelten nach ASR A3.4 grundsätzlich nicht als dauerhafte Einschränkung der Sichtverbindung – sie sollen durch die Beschäftigten beeinflussbar sein. Nicht rückziehbare, sichtbehindernde Fassadenelemente werden dagegen nicht als Sichtverbindungsfläche angerechnet. Systeme mit verstellbaren Lamellen, die in Cut-off-Stellung direkte Sonne abschirmen und gleichzeitig Tageslicht und Ausblick ermöglichen, werden ausdrücklich als geeigneter Ansatz genannt.

DIN EN 14501:2025-04

Blendschutzklassen richtig lesen

Die Norm klassifiziert mehrere Eigenschaften getrennt. Eine gute Blendschutzklasse sagt deshalb nicht automatisch, dass gleichzeitig eine gute Durchsicht oder ein hoher Wärmeschutz erreicht wird.

0geringe
Leistung
Orientierende Einordnung

Kein nachgewiesener wirksamer Blendschutz

Diese Klasse ist für anspruchsvolle Bildschirmarbeitsplätze in der Regel nicht ausreichend. Die konkrete Bewertung hängt immer vom Gesamtsystem aus Verglasung, Behang, Himmelsrichtung und Arbeitsplatzanordnung ab.

Praxis: Nicht als alleinige Lösung für direkte Sonneneinstrahlung einplanen.

Blendschutz

Bewertet die Fähigkeit, störende Leuchtdichten und direkte Sonneneinstrahlung für visuelle Aufgaben zu begrenzen.

Durchsicht

Bewertet separat, wie gut Personen und Konturen im Außenraum durch den geschlossenen Behang erkennbar bleiben.

Wärmeschutz

Wird über energetische Kennwerte des Gesamtsystems aus Verglasung und Sonnenschutz beurteilt – nicht über die Blendschutzklasse allein.

Keine automatische ASR-Konformität: Ein Produkt mit Klasse 3 oder 4 kann eine sehr geeignete Komponente sein. Ob der Arbeitsplatz die ASR erfüllt, ist dennoch über die konkrete Planung und Gefährdungsbeurteilung zu prüfen.
Systemvergleich

Innenliegend, außenliegend – oder kombiniert?

Die beste Lösung hängt davon ab, ob primär Blendung, Wärmeeintrag, Durchsicht, Windstabilität oder eine Kombination gelöst werden muss.

Innenliegender Sonnenschutz

Stark beim visuellen Komfort

Rollos, Vertikallamellen, Flächenvorhänge und innenliegende Jalousien lassen sich arbeitsplatznah auslegen.

  • Gezielter Blendschutz mit passend klassifiziertem Gewebe
  • Witterungsunabhängig und meist wartungsarm
  • Gute Nachrüstbarkeit im Bestand
  • Durchsicht je nach Gewebe und Farbe planbar
  • Geringere Wirkung gegen solaren Wärmeeintrag als außenliegende Systeme
Typisch sinnvoll: Büro, Bestand, gezielte Bildschirmarbeitsplätze
Außenliegender Sonnenschutz

Stark beim sommerlichen Wärmeschutz

Außenjalousien, Screens und Raffstores stoppen einen großen Teil der Solarenergie bereits vor der Verglasung.

  • In der Regel deutlich bessere Wärmeschutzwirkung
  • Lamellen ermöglichen Cut-off mit Restdurchsicht
  • Automatisierung nach Sonne und Wind möglich
  • Witterung, Windgrenzen und Wartung sind zu berücksichtigen
  • Ein außenliegendes System allein löst nicht automatisch jede Reflexionssituation
Typisch sinnvoll: Neubau, große Glasflächen, hohe Kühllasten

Und optisch? Innenliegender Sonnenschutz lässt sich perfekt farblich und gestalterisch auf Ihre Einrichtung und Ihr Raumkonzept abstimmen – von dezent Ton-in-Ton bis zum bewussten Farbakzent.

Planerisch häufig die robusteste Lösung

Außenliegender Sonnenschutz für den Wärmeeintrag plus innenliegender, arbeitsplatzbezogener Blendschutz für kritische Bildschirm- und Reflexionssituationen – so lassen sich thermischer und visueller Komfort getrennt optimieren.

Schnelle Orientierung

Welche Lösung passt zu welchem Ziel?

PlanungszielInnenrollo / ScreenInnenjalousie / LamelleAußenraffstoreAußenscreen
Direkter Blendschutz am Bildschirmgut bis sehr gut*sehr gut steuerbarsehr gut bei Cut-offgut bis sehr gut*
Sichtverbindung bei aktivem Schutzgewebeabhängiggut einstellbargut einstellbargewebeabhängig
Sommerlicher Wärmeschutzbegrenztbegrenztsehr hochhoch
Nachrüstung im Bestandsehr gutgutaufwendigabhängig von Fassade
Wind- und Witterungsunabhängigkeitjajaneinsystemabhängig

* Voraussetzung: geeignete Verglasungs-/Gewebekombination, Farbe und nachgewiesene Leistung nach DIN EN 14501.

FAQ

Häufige Fragen zu ASR und Blendschutz

Welche Blendschutzklasse verlangt die ASR?
Keine bestimmte. Die ASR beschreibt das Schutzziel: störende Direkt- und Indirektblendung muss vermieden beziehungsweise minimiert werden. Die DIN-Klasse dient als Planungs- und Produktauswahlhilfe. Für anspruchsvolle Bildschirmarbeitsplätze werden häufig leistungsstarke Lösungen der Klassen 3 oder 4 vorgesehen, jedoch immer bezogen auf die konkrete Fassade und Nutzung.
Muss der Sonnenschutz durchsichtig sein?
Nein. Er muss aber so einstellbar sein, dass die Sichtverbindung nach außen nicht dauerhaft und möglichst nur teilweise unterbrochen wird. Rückziehbare Systeme gelten grundsätzlich nicht als dauerhafte Einschränkung. Bei Lamellensystemen kann eine Cut-off-Stellung direkte Sonne ausblenden und trotzdem Ausblick ermöglichen.
Ist ein Screen mit großem Öffnungsfaktor automatisch ASR-tauglich?
Nein. Ein großer Öffnungsfaktor verbessert meist die Durchsicht, kann aber die Blendschutzwirkung reduzieren. Wenn die Sonne durch den Behang erkennbar bleibt, ist eine teildurchsichtige Vorrichtung laut ASR A6 allein als Blendschutz ungeeignet.
Ist außenliegender Sonnenschutz immer besser?
Beim sommerlichen Wärmeschutz meist ja. Beim visuellen Blendschutz kommt es jedoch auf Lamellenstellung, Gewebe, Automatik, Windgrenzen und Arbeitsplatzanordnung an. Ein ergänzender innenliegender Blendschutz kann für einzelne Arbeitsplätze sinnvoll sein.
Darf ein Rollo die Sicht nach außen komplett schließen?
Zeitweise ja, wenn dies zur Vermeidung einer konkreten Blendung notwendig ist. Die Sichtverbindung darf jedoch nicht dauerhaft unterbrochen sein. Deshalb sind rückziehbare und möglichst durch den Nutzer oder arbeitsplatzbezogen steuerbare Systeme wichtig.
Reicht eine Herstellerangabe „Blendschutz geeignet"?
Für eine belastbare Planung sollte eine nachvollziehbare Klassifizierung beziehungsweise ein Prüf- oder Berechnungsnachweis nach der aktuellen DIN EN 14501 vorliegen. Zusätzlich müssen Verglasung, Himmelsrichtung, Raumgeometrie und Bildschirmposition berücksichtigt werden.
Wer ist für die Einhaltung verantwortlich?
Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geeignete Maßnahmen festlegen und umsetzen. Fachplaner, Architekten und Sonnenschutzfachbetriebe liefern die technischen Nachweise und eine geeignete Systemauswahl.
Grundlagen

Regelwerke und Quellen

Diese Seite fasst die wesentlichen Anforderungen verständlich zusammen. Maßgeblich bleiben die vollständigen Originaldokumente.

Hinweis: Diese Information ersetzt keine objektspezifische Gefährdungsbeurteilung, Lichtplanung oder rechtliche Beratung. Änderungen von Normen und Regelwerken sowie projektspezifische Anforderungen sind zu prüfen.

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